Eine unbequeme Wahrheit

Mein beinahe dreijähriger Enkel Mika trägt am liebsten T-Shirts, auf denen seine Lieblingstiere aufgedruckt sind.

Dinosaurier verschiedenster Gattungen.

Das Wort Triceratops gelingt ihm fehlerfrei auszusprechen, nur beim Tyrannosaurus Rex bekommt seine Zunge einen kleinen Knoten.

Und die Frage, warum diese Urzeitviecher nicht mehr leben, beantwortet er evolutionstechnisch korrekt mit „ausgestorben“.

Mehr gibts da nicht zu erklären, das ist für ihn eine ganz normale Tatsache.

Und dass auf seinen Bilderbüchern bei den Dinos immer im Hintergrund große Vulkane und explosive Farben am Himmel zu sehen sind, begeistert ihn.

 

Immerhin waren wir schon zweimal im Naturkundemuseum in Karlsruhe, um dort in einen nachgebastelten Vulkan hineinzuklettern, den Geräuschen des computergenerierten Ausbruchs zu lauschen und nach dem Feuerschein am Vulkanschlund zu spähen.

Nun ist er im Besitz eines Einklebebuchs, natürlich Dinos.

Ich helfe ihm dabei, denn die Klebebilder lassen sich nicht so einfach aus ihrem Transportblatt lösen. Aber das Einkleben übernimmt er selbst.

Wir kreieren fantastische Landschaften, Jurrassicpark lässt grüßen und wenn es besonders authentisch werden soll, rufen wir unserer „Alexa“ die Frage zu: „Alexa, wie brüllt ein Saurier?“

Die Antwort – Entschuldigung – das Gebrüll kommt postwendend aus dem Lautsprecher.

Natürlich sind wir beide in der Lage, das anstrengungslos nachzubrüllen.

So bereite ich ihn spielerisch auf das Ende unseres Erdenlebens vor.

Es wird ja irgendwann einmal zu Ende gehen.

Nein, ich meine nicht das individuelle Leben, ich meine das, was ich in den Zeitungen gelesen, was ich natürlich am gleichen Abend in allen Fernsehnachrichten vorgebetet bekommen habe.

Das große Aussterben von Flora und Fauna.

Nicht mehr aufzuhalten.

Eine Rote Liste ungeahnten Ausmaßes.

Von 8 Millionen Arten sind eine ganze Million wahrscheinlich nicht mehr zu retten.

Nicht, dass jetzt der Leser denkt, dafür könnten vielleicht einige Millionen Jahre nötig sein.

Nein, das wird demnächst in einem Wahnsinnstempo geschehen.

Allein der Meeresspiegelanstieg wird Küstenvegetation und Wattwürmer in die Tiefsee verbannen, der Ozean wird sich zu einer nicht mehr befahrbaren sauren Brühe  wandeln und die Wassermassen der schmelzenden Alpengletscher wird die letzten Hinterwäldler aus ihren Heimattälern herausspülen.

Dagegen war das, was den Dinos widerfuhr, nur das Vorspiel.

Gut, ist schon 65 Millionen Jahre her, aber so aktuell, als wäre es erst gestern gewesen, ein mahnendes Beispiel für die Vergänglichkeit exotischer Lebensformen.

Ein Glück, dass kein Politiker auf die Idee kommt, dafür menschliches Fehlverhalten aufzuführen.

Aber einigen grünen Damen würde ich das durchaus zutrauen.

Und dem lieben Al Gore auch.

Als dieser liebenswerte Vizepräsident unter Bill Clinton seine Politikerkarriere unterbrach- das war 2001- hatte er ein Vermögen von etwa 2 Millionen Dollar.

Das lässt sich in Amerika leicht feststellen, weil die Einkommensverhältnisse von Politiker offen gelegt werden müssen.

Nur Donald Trump macht da immer noch ein Geheimnis daraus.

Im Jahr 2013 wurde das Vermögen des Al Gore mit etwa 300 Millionen angegeben.

Dafür hat er schwer gearbeitet, an seinem Film “ Eine unbequeme Wahrheit“ und an einigen Büchern.

Es war für ihn sicher ebenso unbequem, dass man in den USA sogar seinen Stromverbrauch publik gemacht hat,

Er wohnt natürlich nicht in so einem Siedlungshäuschen wie mancher Deutsche, nein er wohnt natürlich standesgemäß in einer Villa.

Und da müssen nachts schon einige Glühlampen eingeschaltet werden, wenn man sich nicht im Dunkeln verlaufen will.

Die Quittung ist dann die Stromrechnung.

Etwa 230 000 Kilowatt hat der Gute in einem Jahr verbraucht.

Das hat ihn 30 000 Dollar gekostet.

Zum Vergleich verbraucht der durchschnittliche Hausbewohner in Deutschland mickrige 4000, vielleicht 5000 Kilowatt im Jahr.

Da fällt mir eigentlich nur der Vergleich mit dem predigenden, aber weintrinkenden Wasserbefürworter ein.

Manchmal ärgert es mich maßlos, dass ich durch das Studium verschiedener authentischer Quellen, täglich ein bisschen gscheiter werde.

Oh Mann, manchmal würde ich mir wünschen, so ein richtig doofer Zeitgenosse zu sein.

Wenn sie jetzt noch wissen wollen, warum ich Fotos von Magnolien  als Textbegleitung ausgewählt habe, dann muss ich sie wieder an die Einklebebücher meines Enkels erinnern.

In der Fauna der Kreidezeit waren Schachtelhalme reichlich vorhanden, Blütenpflanzen dagegen sehr selten.

Bis auf die Magnolie.

Die gab es damals schon.

Aber wie die den Meteoriteneinschlag überlebt hat, das weiß auch ich nicht.

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