Ein Land spielt ( sport ) verrückt !

…Bild einer jubelnden, sportbegeisterten Menschenmasse, in deren Zentrum ein älterer Herr mit Sportmütze einen “ player “ herzlichst an sich drückt…

Irland soll ja ein streng katholisches Land sein.

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Ich möchte da nicht widersprechen – aber ein Bild, auf dem Jesu mit seinen Jüngern das Abendmahl einnimmt – direkt über dem Eingang in einen irischen Pub angebracht, verwundert mich als protestantisch getauften Deutschen nun doch ein wenig.

Erst nach langem Studium dieser ungewöhnlichen Frontseite eines irischen Pubs wage ich mich an eine Interpretation.

Aufschlussreich ist das weitaus größere Bild einer jubelnden, sportbegeisterten Menschenmasse, in deren Zentrum ein älterer Herr mit Sportmütze einen “ player “ herzlichst an sich drückt, ihm für sein tolles Spiel dankt und sich mit all den anderen Fans über einen Sieg freut.

Also soweit lässt sich das Foto relativ einfach beschreiben.

Eine Collage aus jubelnden Siegertypen, zum Teil aus einer Zeit, in der der Sportler eine Mütze trug, alle in schwarz-gelben Trikots und, dem ganzen nochmals ein Rätsel aufgebend, ein Spieler mit einer riesigen Keule  in der Hand.

Schauen Sie sich das Bild genauer an, klicken Sie es an.

Wahrscheinlich hat in der Zwischenzeit Ihr Gehirn, von Ihnen kaum bemerkt, einige Parallelen zwischen dem Abendmahl und der Sportcollage hergestellt.

Was hat es bei Ihnen gedacht?

Ein charismatischer Führer schart seine Schäfchen um sich und eilt von Sieg zu Sieg?

Genau diesen Gedankengang hat mein Denkapparat produziert und auch ich habe mir ob dieses wilden Gedankenspiels zunächst eingeredet, dass das nun wirklich zu weit hergeholt sei.

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Ich hielt mich noch zwei Tage in Kilkenny ( gälisch: Cill Chainnigh ) auf, war Gast in einer irischen Familie und danach mit viel Verständnis ausgestattet für diesen offensichtlichen Transfer des römischen Lebensmottos „Brot und Spiele“ in das irische „Church and Games“.

Erleichtert wird die Erkenntnis über die Gestaltungsabsicht des Fassadenarrangeurs, wenn Ihnen die zwei Worte „Pride“ und „Passion“ ins Auge fallen.

Stolz und Leidenschaft heißt die Übersetzung ins Deutsche.

Und weil nun mal Leidenschaft in der englischen Sprache „passion“ heißt, hat dieses unbekannte Gestaltungsgenie  Leonardo da Vincis Abendmahl mal kurz ausgeliehen und somit die Parallele zu seinem Sportclub hergestellt.

Darauf wäre nicht einmal Michelangelo gekommen.

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Wie dieser Kerl aufs Dach gekommen ist, kann ich nur vermuten, aber einige Fläschchen Bier werden dabei schon vertilgt worden sein.

Mal schnell kurz aus dem Pub, den Plastik-man aufgeblasen und dann aber wieder schnell zurück an den Tresen, die Taktik für das morgige Spiel besprechen und dem Mannschaftstrainer noch die richtigen Tipps mit auf den Weg geben.

 Denn morgen ist finalday.

In Irland.

Genauer in Dublin.

Und Kilkenny spielt gegen Tipparary.

Und wir sind rein zufällig in Kilkenny.

Das nehme ich aber unserem irischen Schwiegersohn nicht mehr ab.

Dass er sich bei der Urlaubsplanung nichts gedacht hätte.

Sagt er.

Bezweifle ich.

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Unser Ausflug – unser geplanter Ausflug – morgen nach Waterford wird wohl gestrichen.

Ab 16 Uhr wird das Endspiel im Fernsehen übertragen, wir tragen deshalb schon heute ein paar Kistchen Bier nach Hause.

Sean hat auch schon die Keulen aus dem Schuppen geholt.

Schließlich sollen wir unbedarften Deutschen mal sehen, mit was da die Spieler so um sich schlagen, wenn sie den kleinen Ball treffen wollen.

Bescheiden frage ich nach der Begutachtung des eisenbeschlagenen Stocks nach der Adresse eines Zahnarztes, denn ich werde zum Ausprobieren auf die nahe gelegene Wiese gelockt.

Oi, Oi .

Ich treffe den Ball nicht.

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Und dabei sind das richtige Batscher.

Und das spielen alle Schüler in Irland?

Im Schulsport!

Im Sommer im Freien, im Winter ?

Ich weiß nicht.

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Es verspricht morgen ein aufregender Tag zu werden.

Hoffentlich gewinnt Kilkenny gegen diese trüben Tassen aus Tipparay.

Zumindest die städtische Müllbeseitigung sieht uns Kilkenny-ier als Sieger.

A beautifull day.

Beautifull Kilkenny!


Kilkenny wurde 2014 in einem landesweiten Schönheitswettbewerb zur schönsten Stadt Irlands gewählt.

Das Endspiel gegen Tipparary endete remis, 31 zu 31.

Es wurde zwei Wochen später, wieder vor 80 000 Zuschauern, in Dublin wiederholt.

Diesmal gewann Kilkenny.

Ich habs doch gesagt!

Ach so, Sie wissen immer noch nicht wie die Sportart heißt?

Hurling!


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